06.02.2018


Festakt auf Kaiserburg Nürnberg
Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland feiert 60. Jubiläum - "Ohne Herkunft, keine Zukunft"


Vor 60 Jahren wurde die Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LMDR) gegründet. Gewürdigt wurde dieses Jubiläum am 4. Februar im Rittersaal der Kaiserburg Nürnberg mit einem Festakt, der unter dem Titel "Tradition bewahren, Zukunft gestalten" von der CSU-Landtagsfraktion veranstaltet wurde.


"450 000 Deutsche aus Russland leben und arbeiten in Bayern. Sie sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft und bereichern unser Leben", betonte Josef Zellmeier, stellvertretender Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, der den Festakt eröffnete.


Per Videobotschaft sprach der Bayerns Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU) der Landesgruppe ein großes Lob aus: "Ihr wisst, ihr habt einen festen Platz in meinem Herzen". Er dankte die Landsmanschaft für ihren wertvollen Beitrag für die Integration und zum sozialen Zusammenhalt.


"Die Deutschen aus Russland sind unsere Landsleute!", sagte der designierte Ministerpräsident. Söder wäre gern beim Festakt im Rittersaal der Kaiserburg Nürnberg dabei gewesen, musste aber in Berlin die Koalitionsverhandlungen unterstützen: "Leider kann ich net dabei sein. Wer ist schuld? Die SPD", so Söder, der seit Jahren Mitglied der Landsmannschaft ist.


Integration der Volksgruppe ist eine Erfolgsgeschichte


Unter den anwesenden Gästen befanden sich ca. 90 Vertreter der Orts- und Kreisgruppen der Landsmannschaft, der Öffentlichkeit, sowie der Jugendorganisation des Verbandes.


Auch Johannes Hintersberger (CSU), Staatssekretär im Bayerischen Arbeits- und Sozialministerium lobte in seiner Rede die Erfolge der landsmannschaftlichen Arbeit und bezeichnete die Integration der Volksgruppe als eine Erfolgsgeschichte.


Mehrere Redner hoben auch hervor, dass die Geschichte der Russlanddeutschen ein Teil der deutschen Geschichte ist und verstärkt in die Öffentlichkeit transportiert werden sollte. Das betonten der bayerische Landesvorsitzende Ewald Oster und der ehemalige Bundesvorsitzende Adolf Fetsch. Auch Waldemar Eisenbraun, der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. regte an, das schwere Schicksal der Russlanddeutschen und anderen Heimatvertriebenen stärker im Geschichtsunterricht zu behandeln.


 

Geschichte und Gegenwart


Die Moderation des Abends übernahm Jakob Fischer, der auch die landsmannschaftliche Wanderausstellung "Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart" betreute. Für die musikalische Umrahmung sorgte die russlanddeutsche Gesangsgruppe "Rudemus" aus Augsburg.


Die Landesgruppe Bayern, die heute aus 27 Orts- und Kreisgruppen besteht, wurde einige Jahre nach der Gründung im April 1950 in Stuttgart der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. (zuerst unter dem Namen "Arbeitsgemeinschaft der Ostumsiedler") gegründet. Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland bekennt sich zur "Charta der Deutschen Heimatvertriebenen" vom 5. August 1950.


Seit seiner Gründung versteht sich der Verband als Interessenvertretung, Hilfsorganisation und Kulturverein aller Russlanddeutschen und leistet eine lebendige Integrations- und Kulturarbeit. Mit etwa drei Millionen sind die Deutschen aus den Staaten der früheren Sowjetunion eine der größten Einwanderungsgruppe in Deutschland. Die überwiegende Mehrheit der Russlanddeutschen (ca. zwei Millionen) ist in den 1990er bis in die 2000er Jahren in das Land ihrer Vorfahren gekommen.

 

 

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