24.03.2018


Heroes erhalten Mosaik-Jugendpreis


Das Nürnberger Heroes-Projekt ist mit dem dritten Preis des interkulturellen "Mosaik Jugendpreis – Mit Vielfalt gegen Rassismus 2018" der Städte Nürnberg und München ausgezeichnet worden.



Das Projekt, in dem sich zugewanderte Männer sowie Männer mit Migrationshintergrund zwischen 15 und 23 Jahren mit verschiedenen Formen der Diskriminierung und Unterdrückung auseinandersetzen, ist am Mittwochabend, 21. März 2018, bei der Preisverleihung im Münchener NS-Dokumentationszentrum geehrt worden. Die Heroes (Helden) erhalten mit der Auszeichnung 1 500 Euro für ihre Arbeit. Der erste Preis, dotiert mit 3 500 Euro, ging an sommer.dok aus München.


Die Freude unter den zur Preisverleihung im Münchener NS-Dokumentationszentrum mitgereisten Heroes war groß. In dem Projekt des Integrations- und Bildungsvereins Degrin werden Jugendliche in einer mindestens zehnmonatigen Ausbildungsphase für Themen wie Rassismus, Diskriminierung (beispielsweise aufgrund des Geschlechts) und eine subjektive Auslegung von Ehre sensibilisiert. Dabei analysieren sie eigene und in der Gesellschaft vorhandene diskriminierende Strukturen. Nach der Ausbildungsphase werden die jeweiligen Projektteilnehmer als Heroes zertifiziert. Sie halten Workshops in Schulklassen und Jugendzentren. Hierbei versuchen sie, die Teilnehmenden zum Nachdenken anzuregen, verschiedene Positionen aufzuzeigen und den Dialog zwischen unterschiedlichen Positionen zu fördern.


Der "Mosaik Jugendpreis – Mit Vielfalt gegen Rassismus 2018" ist mit insgesamt 9 000 Euro dotiert und zeichnet Projekte aus, die sich für einen respektvollen Umgang junger Menschen sowie für interkulturellen Dialog und Begegnung stark machen. Die Städte Nürnberg und München loben den Preis gemeinsam im Gedenken an die bayerischen Opfer der rechtsextremen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) aus. Er wird jedes Jahr am 21. März, dem Internationalen Tag gegen Rassismus, verliehen.


Abdul Kerim Şimşek, Sohn des vom NSU ermordeten Enver Şimşek, lobte als Mitglied der unabhängigen Jury: "Heroes verschiebt den Fokus von einer Wahrnehmung von Defiziten und Gewaltbereitschaft männlicher Jugendlicher zu einer Bereitschaft, sich Respekt durch den Kampf gegen Unterdrückung im Namen der Ehre zu erarbeiten." Besonders der nachhaltige Peer-to-Peer-Charakter von Heroes hatte die Jury überzeugt, denn gerade bei schwierigen Themen lernen Jugendliche am besten von Gleichaltrigen, die ihren kulturellen und sozialen Kontext teilen. Positiv bewertete die Jury, dass die Jugendlichen durch das kritische Hinterfragen von Meinungen und Positionen angeregt werden, ihr Leben tolerant und auch selbstbestimmt zu führen. Die Workshops der Heroes würden für einen großen Wirkungsgrad des Projekts sorgen.


 

Eine 28-köpfige Delegation war unter der Regie des städtischen Menschenrechtsbüros mit dem Bus aus Nürnberg zur Preisverleihung nach München gekommen. Heroes-Projektleiterin Ulrike Wickbold freute sich über die Anerkennung des Engagements ihrer Schützlinge durch den Mosaik-Jugendpreis: "Die Jungs stecken extrem viel Arbeit in das Projekt und opfern viel Zeit, um für Gleichberechtigung einzutreten. Man merkt, dass ihnen das am Herzen liegt. In diesem Alter ist es auch eine Herausforderung, sich vor eine Klasse mit Gleichaltrigen zu stellen und einen Workshop zu halten. Das ist nicht leicht.“ Diaco Ghoreishi, seit 2013 einer der Heroes, sieht in der Aufmerksamkeit durch Preis einen besonderen Wert für das Projekt: „Wir merken, dass sich die Wahrnehmung ändert. Es gibt immer mehr Leute, die sagen, dass sie uns kennen und wissen, was wir machen. Der Preis bringt uns noch mehr Bekanntheit und bringt uns so weiter, auch im Umgang mit Kritikern."


Stadträtin Dr. Anja Prölß-Kammerer überbrachte allen Preisträgern die Glückwünsche des Nürnberger Oberbürgermeisters und forderte sie auf, nicht locker zu lassen und weiter zu machen, denn "Engagement gegen Rassismus ist heute nötiger denn je.“ Wenn sie die Projekte sehe, die sich um den Mosaik-Jugendpreis beworben haben, bekomme sie aber Zuversicht, dass Rassismus in der Gesellschaft keinen Platz habe. Dennoch mahnte sie: „Wir müssen achtsam sein und den Anfängen wehren."


Vor der Preisverleihung war die Nürnberger Delegation durch die Sonderausstellung "Nie wieder. Schon wieder. Immer noch. Rechtsextremismus in Deutschland seit 1945" des NS-Dokumentationszentrums München geführt worden. Der Hauptpreis des Abends ging mit sommer.dok an ein offenes Angebot der historischen und politischen Bildung von jungen Menschen für junge Menschen in München. Den zweiten Preis und 2 500 Euro erhielt Babel FM – Munich's International Radio. Einen weiteren dritten Preis, verbunden mit 1 500 Euro, gewannen Tim Jenni und Valentin Hanzer aus München für ihr Projekt all.inclusive.


Foto: Die Heroes nahmen im Münchener NS-Dokumentationszentrum den Mosaik-Jugendpreis entgegen. Die SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat Dr. Anja Prölß-Kammerer (re.) überbrachte die Glückwünsche des Nürnberger Oberbürgermeisters Dr. Ulrich Maly. Bildquelle: Stadt Nürnberg/Menschenrechtsbüro.

 

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