08.10.2016


Simon Marius und seine Forschung -

Neuer Band zu fränkischem Astronomen



Nürnberg - Kommenden Donnerstag, den 13. Oktober, wird um 18:30 Uhr im Thalia-Buchhaus CAMPE Nürnberg (Karolinenstraße 53) erstmals der Sammelband "Simon Marius und seine Forschung" präsentiert. Die Astronomiehistoriker Hans Gaab und Pierre Leich stellen die 16 Beiträge – drei Beiträge amerikanischer Wissenschaftler wurden eigens übersetzt – kurz vor und überreichen die ersten beiden Exemplare der Vorstandsvorsitzenden der HERMANN GUTMANN STIFTUNG, Angela Novotny, und dem Direktor des Staatsarchivs Nürnberg, Prof. Dr. Peter Fleischmann. Die Besucher sind zu einem Gespräch über Simon Marius und seiner Rolle in der Astronomiegeschichte eingeladen.


Heftige Angriffe von Galileo Galilei zog sich der Ansbacher Hofastronom Simon Marius zu, als er 1614 seine Erkenntnisse veröffentlichte. Die Entdeckung der Jupitermonde habe Marius nur von ihm abgeschrieben, so Galilei. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts konnte Marius rehabilitiert werden, doch seine Beobachtung von Kometen, Sonnenflecken, Jupitermonden und Venusphasen, seine Tätigkeit als Kalendermacher und seine Position im Weltbildstreit blieben bislang Experten vorbehalten. Der bei Thalia Nürnberg erstmals vorgestellte Sammelband "Simon Marius und seine Forschung" schließt diese Lücke und räumt mit mancher Legende auf.


Die Publikation schließt das Simon-Marius Jubiläum 2014 ab. Höhepunkte waren die Einrichtung des Marius-Portals www.simon-marius.net, das inzwischen 30-sprachige Menüführung bietet, die Benennung eines Asteroiden nach Marius durch die Internationale Astronomische Union sowie die Tagung im Nicolaus-Copernicus-Planetarium, aus der der Sammelband hervorhing. 

 

Der bei der Akademischen Verlagsanstalt Leipzig erscheinende 481-seitige Konferenzband kostet 34 € und ist zugleich Band 57 der renommierten Reihe Acta Historica Astronomiae sowie Nr. 6 der Schriftenreihe der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft und Bd. 1 der neubegründeten Edition Simon Marius der Simon Marius Gesellschaft. Information im Internet: www.simon-marius.net/buch 


 Diese hat sich die wissenschaftliche Erforschung von Leben und Werk des markgräflichen Mathematikers, Arztes und Astronomen Simon Marius (1573–1624) auf die Fahnen geschrieben und bemüht sich um die Verbreitung seiner Forschungsergebnisse in Wissenschaft, Bildungswesen und die breite Öffentlichkeit durch Vorträge, Ausstellungen, Tagungen und Publikationen. Insbesondere betreibt der Verein die Internetplattform "Marius-Portal" (www.simon-marius.net), die alle Dokumente von und zu Marius dokumentiert.


Das Titelbild des neuen Bandes zeigt keine historische Ansicht, sondern entstand in der Auseinandersetzung der russischen Jugendkunst-schule "Obraz" mit dem einzigen Marius-Bildnis und der Astronomie seiner Zeit. Das Marius-Bild wurde 2013 von Maria Dementeva gemalt und wurde erstmals als Titelseite des interkulturellen Magazins RESONANZ veröffentlicht. In dem Buch ist die junge Künstlerin auf S. 467 abgebildet.


Das mit dieser Publikation abgeschlossene Simon-Marius-Jubiläum 2014 wurde gefördert von: Kulturreferat der Stadt Nürnberg, HERMANN GUTMANN STIFTUNG, STAEDTLER Stiftung sowie Bezirk Mittelfranken, Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, die Städte Ansbach und Gunzenhausen, Stiftung Interaktive Astronomie und Astrophysik, Nürnberg-Loge und die Sponsoren Vereinigte Sparkassen Gunzenhausen, LEONI, N-ERGIE, Kaller & Kaller und NOSCC.

 

 

 



International version 
(Englisch)


The margravial court astronomer, Simon Marius, was involved in all of the new observations made with the recently invented telescope in the early part of the seventeenth century. He also discovered the Moons of Jupiter in January 1610 but lost the priority dispute with Galileo Galilei, because he neglected to publish his findings in a timely manner. 


The history of astronomy neglected Marius for a long time, finding only the apologists for the Copernican system worthy of attention. In contrast the papers presented on the occasion of the Simon Marius Anniversary Conference 2014, and collected in this volume, demonstrate that it is just this struggle to find the correct astronomical system that makes him particularly interesting. His research into comets, sunspots, the Moons of Jupiter and the phases of Venus led him to abandon the Ptolemaic system and adopt the Tychonic one. He could not take the final step to heliocentricity but his rejection was based on empirical arguments of his time. 

 

This volume presents the current state of research, refines his biography and also introduces Marius as a calendar maker.



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