24.07.2017

 

Ägyptologen aus München untersuchen interkulturelle Kontakte



Vor etwa 3.500 Jahren gründeten die ägyptischen Könige die Siedlung Sai auf der gleichnamigen Nilinsel in Nubien und die ersten ägyptische Beamte wurden mit den Amtsgeschäften beauftragt. Lebten die Ägypter in Sai, dem heutigen Sudan, genauso wie in ihrer Heimat? Welchen Einfluss hatte die unmittelbare Nachbarschaft zur lokalen Bevölkerung auf ihren Alltag? Was passierte, als die pharaonische Lebenskultur auf die lokale nubische Tradition traf? Wie zugewanderte Ägypter und die einheimische nubische Bevölkerung einen lebendigen Mikrokosmos und Miteinander der Kulturen schufen, erforscht Ägyptologin Julia Budka mit Ihrem Team an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). 


Archäologische Neufunde auf der Insel Sai



Bei den Ausgrabungen im Sudan fand Julia Budka unter anderem ein Pyramidengrab für einen Goldschmiedemeister, das etwa 1450 vor Christus auf der Nilinsel Sai angelegt wurde und nun in die neue Untersuchung der Folgen interkultureller Kontakte im antiken Ägypten einfließen kann.


Das bislang unbekanntes Pyramidengrab mit mehreren Bestattungen lässt sich dem ehemaligen Goldschmiedemeister Chummose zuordnen. Die neue Funde und Erkenntnisse weisen u.a. darauf hin, dass Sai etwa 300 Jahre länger besiedelt war als bislang angenommen - bis etwa 1200 vor Christus. Die Entdeckungen belegen auch, wie rasch sich die lokalen Eliten auf Sai im Neuen Reich ägyptisierten, nachdem König Thutmosis III. das afrikanische Kermar-Reich in Nubien zerschlagen hatte. Die frühesten Bestattungen auf Sai in ägyptischem Stil gehen auf die Zeit dieses Königs zurück.


Mit Kochtöpfen und Vorurteilen im Gepäck


Sie kamen mit Schiffen, vollgeladen mit Kochtöpfen, Geschirr und anderen Dingen, die man zum Leben braucht - so könnte man sich den Einzug der ersten ägyptischen Beamten in die neue Siedlung auf der Nilinsel Sai vorstellen. Und auch mit Vorurteilen im Gepäck. "Sie hatten Ängste, die mitunter an heutige Abwehrhaltungen gegenüber Menschen anderer Kulturen erinnern. Es gibt Textstellen, in denen zum Beispiel vor Nubiern gewarnt wurde mit dem Hinweis, diese würden betrügen und stehlen. Wenn man sich allerdings ansieht, wie die Menschen miteinander gelebt haben, wird das Bild bunter", sagt Budka.


Ein buntes Miteinander


Der Alltag und das Zusammenleben der ersten Generationen von Ägyptern muss noch geprägt gewesen sein vom Konflikt mit dem untergehenden Kerma-Reich. Die Ägypter haben sich nach und nach, Generation für Generation mit dem Leben auf der Nilinsel und der lokalen Bevölkerung arrangiert. "Als die kriegerischen Auseinandersetzungen beendet waren, gab es plötzlich einen Boom in der Stadt", erklärt die Archäologin.


Das gab beiden Kulturen neue Impulse. Burka ist sicher, "dass das nur möglich war, weil man einen Deal mit der lokalen Bevölkerung gefunden und sich adaptiert hat." Es entstand zum Beispiel eine ägyptische Keramikproduktion auf Sai. Viele Funde zeugen davon, dass die Tongefäße in Sai zwar die typische ägyptische Form hatten, aber zuweilen auch nubische Merkmale, etwa eine bestimmte Strichpolitur - also Aspekte der nubischen Töpferproduktion neu umsetzten.


"Am Ende der 18. Dynastie hatten die Menschen auf Sai einen sehr guten Lebensstandard, vergleichbar dem in Ägypten", berichtet die LMU-Expertin. Und bevor die Ägypter die Siedlung wieder aufgaben und sich zurückzogen, hatten sie es offenbar geschafft, sich die Fremde zur Heimat zu machen.


 

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23.12.2016

 

Zauberauustellung "Überraschungen zum Silvester"


Von Marina Abramova

 

Vom 10. Dezember 2016 bis zum 29. Januar 2017 präsentiert das Allrussische Museum für Angewandte Kunst erneut eine Zauberauustellung - "Überraschungen zum Silvester".


Alte Puppen, Werkzeuge aus der Sammlung von David Yakobashvili warten auf die großen und kleinen Besucher. Die Ausstellung umfasst rund dreißig Exponate, darunter Automaten (mechanische Puppen), Organetten (mechanische Blassmusikinstrumente) und Grammophone von XIX-XX. Jahrhunderten. Fast immer waren alle Musikinstrumente und mechanische Puppen sehr beliebt bei Kindern und Erwachsenen wegen der Zauberei der Kunst und Handwerk, aber auch der Wissenschaft, Technik und kreativen Phantasie.



Die Spielzeuge präsentieren eine Kombination der schönen Form, Bewegung und des Klanges, sie sind so attraktiv – noch in der Antike began die Entwicklung erster Klangmaschinen, in XVIII-XIX. Jahrhunderten wurden Automaten und Figurenkompositionen erschöpft, und jede Puppe eine Rolle genommen hatte. Solche Puppen dienten als Unterhaltung für Erwachsene. Dazu gehört z.B. "Tänzerin und zwei schwarze Musiker" vom Werkstatt "Vichy" (Frankreich), unter anderen Exponaten nennt man das Automat "Jumbo – der Elefant" – auch des franzoesischen Werkstatts, das Automat "Meister, der mechanische Ente konstruiert", das vom Künstler Laurent aus Grenoble im Jahr 1950 gemacht wurde.


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