11.01.2018

 

Von Krippendarstellungen bis zum Puppentheater

 

 

 


 Von Marina Abramova (Moskau)


 

In Polen nennt man es "Szopka", in Italien - "Presepe", in Deutschland - die Krippe und in Russland ist es "вертеп". Noch sieben Wochen lang, bis Ende Februar, läuft in der Moskauer Galerie Belyajevo das "Krippen-Festival" (Фестиваль вертепов).

 

Die Krippendarstellungen in der Weihnachtszeit sind seit langem zur schönen Tradition der christlichen Ländern geworden. Bei einem "Krippen-Festival" in Moskau sind die bunten Krippen noch bis zum 25. Februar zu sehen, sowie  Puppentheater aus Italien, Tschechien und Russland. Die stimmungsvolle Exponate wurden vom Staatlichen Theatermuseum von A.A. Bakhruschin, von Vereinigung "CRESCERE INSIEME" (Neapel, Italien) und vom Puppentheater "Toy machine" (Tschechische Republik) zur Verfügung gestellt.


Das Geburtsland der Krippe ist das schöne Süditalien. Dort, in der kleinen Stadt Assisi, im Jahre 1223 wurde die erste Krippe gemacht. Zu den schönsten zählen aber die Krippen, die in Neapel gemacht wurden. Eine ganze Reihe von italienischen Städten erlebte eine Blüte der Krippendarstellungen.

 

In Russland waren die Krippen-Inszenierungen auch der Geburt des Krippenpuppentheaters. In osteuropäischen Ländern wie Polen, Weißrussland, die Ukraine, bedeutetete die "Krippe" auch ein Kästchen, in dem eine Theateraufführung läufte. Das Kästchen stellte zweistöckige oder dreistöckige Struktur. Auf dem obersten Stock spielte eine Aufführung mit der Szenen der Heiligen Familie, der Anbetung der Zauberer oder Hirten. Auf der Unteren - Szenen der Dialoge von Herodes mit Soldaten, Zauberer, des Kindschlags. Danach folgte die Szene mit dem und abgeschnitten Kopf des Herodes und der Sturz aller bösen Kräfte in die Hölle.

 

Solche Theatervorstellungen wurden auch für einfache Leute gespielt. Die Schaupieler gingen mit dem Theaterkästchen von Dorf zu Dorf. Deshalb ist nach einer mystischen sakralen Vorstellung, erschienen sich komische Szenen mit der lokalen folkloristischen oder literarischen Kulturfärbung.


Die neue Helden erschienen sich auch in solcher Vorstellungen: Soldaten, stolze Stutzer und ihre gemächliche Frauen, böse und freche Figuren der Folklore des Landes, wo die verführerische Handlung stattgefunden wurde. In Russland zählte Petruschka zu solcher verführerischen Figur. Die Entwicklung des Folkstheater von Petruschka ist auch auf diesem Festival zu sehen. Poster und Plakate, Fotos von Darstellungen des Volkstheater, schöne Puppen und Marionetten aus Italien, Russland und Tschechien, Skizzen, bunte Illustrationen vervollständigen die Ausstellung des Krippen-Festivals.

 

 

 


 

Bildquelle: Presseabteilung des Staatlichen Theatermuseum von A.A. Bakhruschin und der Galerie Belyajevo (Fotograf Grigorij Matveev) // Зелинский И. Макет декорации. Вертеп. Шопка польская. 1915 г., 139х145х70. Из коллекции ГЦТМ им. А.А. Бахрушина

 

 

 

 

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